Oliver Fleck

Absolvent des Fernstudiums Elektrotechnik M.Sc. an der Hochschule Darmstadt

Erfolgsstory über die Entwicklung eines Prototyps für ein „wiegendes Bett“ im Master-Fernstudiengang Elektrotechnik M.Sc. der Hochschule Darmstadt in Kooperation mit Siemens

Oliver Fleck, arbeitet als KFZ-Prüfingenieur und führt amtliche Prüfungen durch. Doch das reichte ihm nicht mehr. Er wollte weiterführende Aufgaben übernehmen, für die ein Masterabschluss gesetzlich vorgeschrieben ist. „Überdies wollte ich auch noch mal etwas für mich machen, mit der möglichen Perspektive in der Elektronikentwicklung zu arbeiten“, so beschreibt Oliver F. seine Motivation zur Aufnahme des berufsbegleitenden Masterfernstudiums.

Als Masterand im Fernstudium Elektrotechnik M.Sc. hatte er die Gelegenheit, im Rahmen seiner Abschlussarbeit an der Entwicklung eines funktionsfähigen Prototyps eines wiegenden Bettes mit zu wirken.

Mit einem Nachrüstsatz für herkömmliche Krankenhausbetten ist es gelungen, Patienten ohne Verlagerung permanent zu wiegen: „Bei einem gewöhnlichen Krankenhausbett, das uns ein Darmstädter Krankenhaus zur Verfügung gestellt hat, wurde der Satz der Räder so komplett umgerüstet, dass das Gewicht von Patienten auf 100 g genau festgestellt werden kann. Das Ergebnis kann digital angezeigt werden und es ist möglich, den Gewichtsverlauf zu protokollieren. Die Gewichtsfeststellung beim ‚Wiegen im Liegen‘ ist ohne weitere Vorbereitung per Knopfdruck durchführbar“, so Prof. Dr. Bernhard Hoppe, der die Masterarbeit mitbetreut hat.

Professor Hoppe hat den Fernstudiengang Master of Science Elektrotechnik vor vielen Jahren konzipiert und erfolgreich an der Hochschule Darmstadt geleitet. Für das Projekt „Wiegen im Liegen“ sieht er noch mehr Möglichkeiten: „Eine weitere leicht implementierbare Anwendungserweiterung des aufwandarmen Wiegens direkt im Bett, wäre die Überwachung mit Meldung an das Stationszimmer, ob ein Patient das Bett freiwillig oder unfreiwillig verlassen hat, was z.B. in geriatrischen Stationen gar nicht so selten vorkommt“, führt Hoppe aus. „Ursprünglich stammt die Idee des wiegenden Bettes aus der Geriatrie. Wiegefähige Betten gibt es bereits, allerdings bis jetzt nur im hochpreisigen intensivmedizinischen Segment -nicht auf normalen oder geriatrischen Stationen“, sagt Fleck.

Die Absicht der Hochschule Darmstadt ist es, die Räder eines gewöhnlichen Standard-Bettes für eine Normalstation mit Wägezellen auszustatten und die Sensorsignale einer an das Bett klemmbare Auswerte- und Anzeigeelektronik zuzuführen. Mit 3D-gedruckten Adaptionsvorrichtungen lässt sich die Umrüstung unterschiedlicher Betten flexibel, schnell und kostengünstig umsetzen. Für die Entwicklung der Elektronikkomponenten wurde von Siemens Digital Industries die Software Xpedition PCB Design Suite (Design, Verifikation und Fertigungsvorbereitung) für die Projektdauer zur Verfügung gestellt und der Masterand entsprechend geschult.

Wiegen im Liegen – eine Traumvorstellung des Krankenhauspersonals, das bettlägerige Patienten tagtäglich, umständlich und extrem belastend für Patient und Personal, aus dem Bett in einen Wiegestuhl transferieren muss. Eine Prozedur, die bei bestimmten Behandlungen sogar kontraindiziert sein kann. Doch regelmäßiges Wiegen ist bei diesen Patienten, vor allem bei längeren stationären Aufenthalten, unentbehrlich, um Wassereinlagerungen anhand des Gewichtes frühzeitig zu erkennen und einer möglichen Herzinsuffizienz vorzubeugen.

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