Sozialwissenschaften

Fach- und Weiterbildung für Mediatorinnen und Mediatoren

Zusammenfassung

Die Ausbildung zum Mediator oder zum zertifizierten Mediator erfüllt in der Regel nur die Mindestanforderungen in Bezug auf die Vermittlung der Sachkunde und zielt gemäß der Ausbildungsverordnung eher auf eine Verhandlungsmediation nach dem Harvard-Konzept ab.  Mediationen in anspruchsvollen Anwendungsfeldern wie Familienangelegenheiten, Erbangelegenheiten, Arbeit mit Gruppen usw. werden hierbei vernachlässigt. Die Mediatorenverbände haben deshalb erweiterte Standards eingeführt, die sicherstellen, dass Mediatorinnen und Mediatoren auch anspruchsvollere Mediationen in den Fachgebieten ausführen können. Um diesem Bedürfnis und auch der gesetzlich vorgeschriebenen Fortbildungsverpflichtung nachzukommen, bietet Ihnen das zfh diese in Module aufgeteilte Fach- und Weiterbildung an. Es handelt sich hierbei um eine Fortbildung gemäß §3 ZMediatAusbV (Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren).

Folgende Module können einzeln oder im Paket belegt werden. Pro Semester können maximal vier Module belegt werden.

  • Mediation in Familienangelegenheiten
  • Mediation in Wirtschaftsangelegenheiten
  • Verfahrensunabhängige Verwendung der Mediation
  • Mediation in Unternehmen und Gruppen
  • Interkulturelle Mediation
  • Schadensmediation
  • Medizin und Mediation
  • Psychologische Schwerpunkte der Mediation

Modul: Mediation in Familienangelegenheiten

In diesem 20 Präsenzstunden umfassenden Modul werden Ihnen alle Besonderheiten der Mediation in familiären Angelegenheiten vorgestellt und das erforderliche Hintergrundwissen vermittelt. Wenn Sie schon eine Ausbildung zur Mediatorin / zum Mediator haben, können Sie dieses Modul zur fachlichen Spezialisierung benutzen oder allgemein zur Vertiefung und Fortbildung. Die Inhalte sind:

  • Konflikte in der Familie 
  • Familiensysteme, Familienkonstellationen, Zusammensetzungen und Ausprägungen
  • Psychologische, soziale, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte der Trennung / Scheidung
  • Wirkungen der Trennungsphasen
  • Einfluss und Umgang mit neuen Partnern und Personenmehrheiten in der Mediation
  • Behandlung von Kindern und Kindesinteressen in der Mediation
  • Beziehungsdynamik zwischen  Eltern und Kindern
  • Entwicklungsphasen der Kinder 
  • Rechtliche und psychologische Anforderungen, wenn Kinder betroffen sind
  • Methoden zur Beziehungsklärung
  • Formerfordernisse bei der Abschlussvereinbarung
  • Rechtliche Besonderheiten, die ein Mediator wissen muss
  • Beiziehung von Anwälten, 
  • Zusammenarbeit mit Gerichten
  • Das kostenlose Informationsgespräch
  • Mediationen bei hoch eskalierten Konflikten (Rosenkriege)

Modul: Mediation in Wirtschaftsangelegenheiten

Bei diesem 20 Präsenzstunden umfassenden Modul werden Ihnen alle Besonderheiten der Mediation in wirtschaftlichen Angelegenheiten vorgestellt und das erforderliche Hintergrundwissen vermittelt. Wenn Sie schon eine Ausbildung zum Mediator haben, können Sie dieses Modul zur fachlichen Spezialisierung benutzen oder allgemein zur Vertiefung und Fortbildung. Die Inhalte sind:

  • Konflikte mit Bezug zur Wirtschaft
  • Systematische Erfassung innerhalb der Mediationen
  • Die vier Bereiche der Wirtschaftsmediation
  • Umgang mit Konsumerstreitigkeiten
  • Umgang mit Streitigkeiten zwischen Unternehmen
  • Umgang mit Streitigkeiten innerhalb eines Unternehmens (Arbeitsplatzkonflikte)
  • Umgang mit Streitigkeiten zwischen Gesellschaftern und Unternehmenseignern
  • Einführung von Struktur- und systemische Konflikte 
  • Einbeziehung der unternehmerischen Instanzen (z. B. Betriebsrat, Geschäftsführung)
  • Umgang mit Machtgefällen und Hierarchie
  • Besonderheiten im Setting und bei Personenmehrheiten 
  • Beteiligung von Stellvertretern, Bevollmächtigten, Anwälten und Experten
  • Besonderheiten beim Abschluss von Mediationsverträgen

Modul: Verfahrensunabhängige Verwendung der Mediation

Bei diesem 20 Präsenzstunden umfassenden Modul werden Ihnen alle Besonderheiten der Mediation unter berücksichtigung der wissenschaftlichen Herleitung vorgestellt und das erforderliche Hintergrundwissen vermittelt. Wenn Sie schon eine Ausbildung zum Mediator haben, können Sie dieses Modul zur fachlichen Spezialisierung benutzen oder allgemein zur Vertiefung und Fortbildung. Die Inhalte sind:

  • Wissenschaftliche Hintergründe der Mediation
  • Verhandlungstheorie 
  • Kognitive Mediationstherorie
  • Auswirkungen auf die Systematik der Mediation und die Anwendung
  • Qualität der Mediation
  • Mediation als Verfahren und Methode
  • Systematik der Werkzeuge 
  • Anwendungsradius
  • Umgang mit hoch eskalierten Konflikten
  • Mediation in dialogischen Situationen
  • Umgang mit inneren Konflikten
  • Resilienzeffekte der Mediation

Modul: Mediation in Unternehmen und Gruppen

Bei diesem 20 Präsenzstunden umfassenden Modul werden Ihnen alle Besonderheiten der Mediation unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Herleitung vorgestellt und das erforderliche Hintergrundwissen vermittelt. Wenn Sie schon eine Ausbildung zum Mediator haben, können Sie dieses Modul zur fachlichen Spezialisierung benutzen oder allgemein zur Vertiefung und Fortbildung. Die Inhalte sind:

  • Typische Konfliktlagen bei der innerbetrieblichen Mediation
  • Arbeit mit Gruppen und Teams
  • Soziologische Grundlagen
  • Gruppendynamische Effekte
  • Besonderheiten des Settings 
  • Vorbereitung und Planung der Mediation
  • Technische Hilfen, Moderationstechnik 
  • Rechtliche Anforderungen und Besonderheiten der innerbetrieblichen Mediation  
  • Umgang mit der Hierarchie innerhalb der Gruppe
  • Umgang mit Vorgesetzten in der Mediation
  • Anforderungen an die Konfliktanalyse 
  • Systemische und strukturelle Konfliktdimensionen
  • Konfliktcharaktere
  • Soziogramm / Organigramm
  • Erforderliche Hintergrundinformationen 

Modul: Interkulturelle Mediation

Bei diesem 20 Präsenzstunden umfassenden Modul werden Ihnen alle Besonderheiten der Mediation unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Herleitung vorgestellt und das erforderliche Hintergrundwissen vermittelt. Wenn Sie schon eine Ausbildung zum Mediator haben, können Sie dieses Modul zur fachlichen Spezialisierung benutzen oder allgemein zur Vertiefung und Fortbildung. Die Inhalte sind:

  • Internationale und interkulturelle Bezüge
  • Was ist CBM (Cross Border Mediation)?
  • Unterschiede und Abgrenzungen der Verfahren
  • Was ist Kultur? (Kultur und ihre Ausprägungen)
  • Multi-, Inter- und Transkultur
  • Was muss ein interkulturell arbeitender Mediator wissen, um eine Mediation mit interkulturellem und/oder internationalem Bezug durchzuführen?
  • Die Praxis (Anwendungsbeispiele und –fälle)
  • Die Umsetzung

Modul: Schadensmediation

Bei diesem 20 Präsenzstunden umfassenden Modul werden Ihnen alle Besonderheiten der Mediation unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Herleitung vorgestellt und das erforderliche Hintergrundwissen vermittelt. Wenn Sie schon eine Ausbildung zum Mediator haben, können Sie dieses Modul zur fachlichen Spezialisierung benutzen oder allgemein zur Vertiefung und Fortbildung. Die Inhalte sind:

  • Komplexität der Schadensabwicklung
  • Schadensrecht
  • Personenschäden
  • Versicherungen, Sozialversicherungsträger und andere Beteiligte
  • Gesetzliche Regeln für die unterschiedlichen Beteiligten
  • Zusammenspiel von Schadens- und Sozialversicherungsrecht
  • Typische Konfliktlagen und deren Lösung
  • Die Praxis (Anwendungsbeispiele und –fälle)
  • Die Umsetzung

Modul: Medizin und Mediation

Bei diesem 20 Präsenzstunden umfassenden Modul werden Ihnen alle Besonderheiten der Mediation unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Herleitung vorgestellt und das erforderliche Hintergrundwissen vermittelt. Wenn Sie schon eine Ausbildung zum Mediator haben, können Sie dieses Modul zur fachlichen Spezialisierung benutzen oder allgemein zur Vertiefung und Fortbildung. Die Inhalte sind:

  • Gesundheit und Krankheit
  • Psychische, psychiatrische und mentale Krankheiten
  • Macht und Ohnmacht
  • Umgang mit Sucht, Angehörige, toxische Persönlichkeiten, usw.
  • Folgen für Beziehungen/Dysfunktionen
  • Einfluss auf die Mediationsfähigkeit
  • Therapieansätze und Therapieergänzung
  • Die Praxis (Anwendungsbeispiele und –fälle)
  • Die Umsetzung

Modul: Psychologische Schwerpunkte der Mediation

Bei diesem 20 Präsenzstunden umfassenden Modul werden Ihnen alle Besonderheiten der Mediation unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Herleitung vorgestellt und das erforderliche Hintergrundwissen vermittelt. Wenn Sie schon eine Ausbildung zum Mediator haben, können Sie dieses Modul zur fachlichen Spezialisierung benutzen oder allgemein zur Vertiefung und Fortbildung. Die Inhalte sind:

  • Die Person und die Haltung des Mediators (Vertiefung)
  • Die „Distanzregulation“ zu den Medianden
  • Die Parteienpersönlichkeit und Verhaltensmuster
  • Anleihen an psychologische Werkzeuge zur Gesprächsführung und Konfliktbewältigung und ihre Anwendbarkeit in der Mediation
  • Das Zusammenspiel von Kognition und Mediation Interventionen und Herausforderungen (Umgang mit Schuld, Widerständen, Herausforderungen)
  • Die Praxis (Anwendungsbeispiele und –fälle)
  • Die Umsetzung

 

 

Vorkenntnisse oder eine Vorausbildung in Mediation werden vorausgesetzt.

Die Module entsprechen den Vorgaben gemäß § 3 der Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung - ZMediatAusbV). Jedes Modul kann daher zur Spezialisierung sowie zur Fortbildung im Hinblick auf die ZMediatAusbV herangezogen werden. Die Module können einzeln belegt werden.

Mediation kann auch in Form des dreisemestrigen Zertifikatsstudiums Integrierte Mediation studiert werden.

Kosten p. Modul
500 €
Beginn
SS/WS
Präsenzorte
  • Koblenz - Rheinland-Pfalz
Bubble

Fragen zur Zulassung

Claudia Pilz

0261 915 38-44
zulassung@zfh.de

Fachspezifische Beratung

Monika Trossen

+49 2681 986–257
monika.trossen@win-management.de

Details und Ablauf

Die acht Module der Fach- und Weiterbildung Mediation sind als Seminare konzipiert und finden in Kooperation mit dem zfh statt.

Die Fach- und Weiterbildung erfolgt nach dem blended learning Konzept, bei dem Übungen, Skripte und multimediales Trainingsmaterial aufeinander abgestimmt werden. In der Präsenzphase werden die Studieninhalte vermittelt und mit praktischen Übungen angewendet. Ergänzend dazu erhalten die Teilnehmenden ein Handbuch zur Vertiefung der Studieninhalte und weitere Studienmaterialien.

Um eine intensive Gruppenarbeit zu gewährleisten, ist die Teilnehmerzahl auf 20 Personen begrenzt.

Die Präsenztermine für die Module innerhalb des Sommersemesters 2023 finden Sie hier:

2. Semester:

Mediation in Familienangelegenheiten - Dozent Arthur Trossen - 14. - 16.04.2023

Mediation in Wirtschaftsangelegenheiten - Dozent Arthur Trossen - 26.05. - 28.05.2023

Verfahrensunabhängige Verwendung der Mediation - Dozent Arthur Trossen - 07.07. - 09.07.2023

Mediation in Unternehmen und Gruppen - Dozent Arthur Trossen - 01.09. - 03.09.2023

3. Semster:

Interkulturelle Mediation - Dozent Prof. Diemer - 21.07. - 23.07.2023

Psychologische Schwerpunkte der Mediation - Dozent Eberhard Kempf - 25.08. - 27.08.2023

Medizin und Mediation - Dozentin Monika Zielinski-Bülte - 08.09. - 10.09.2023

Schadensmediation - Dozent Roland Zarges - 22.09. - 24.09.2023

 

Diese Weiterbildung ist ein Angebot in Kooperation mit dem zfh.

Die fachliche Leitung liegt bei Herrn Arthur Trossen.

Unser Partner hält weitere Informationen für Sie bereit.

Die Module der Fach- und Weiterbildung Mediation können ab Sommersemester 2023 belegt werden.

Zur Anmeldung gelangen Sie hier.

Weitere Informationen zum Studienangebot finden Sie demnächst hier in unserer Broschüre als Download.

Wie funktioniert ein Fernstudium

In diesem Video erhalten Sie einen Einblick in das Konzept des Fernstudiums im zfh-Hochschulverbund. Lassen Sie sich inspirieren und erfahren Sie mehr über die Vorteile des Fernstudiums für Ihre Karriere.

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