Interkulturelle Mediation stark nachgefragt

Zum zweitägigen Seminar „Interkulturelle Mediation“ hatten sich mehr Interessenten angemeldet als Plätze zur Verfügung standen


Zu einem zweitägigen Seminar „Interkulturelle Mediation“ hatte der Verein Integrierte Mediation e.V. gemeinsam mit der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH) eingeladen und eine überwältigende Resonanz erfahren. „Mit so vielen Interessenten haben wir nicht gerechnet – viele mussten auf ein Nachfolgeseminar vertröstet werden“, erklärte Arthur Trossen, der das Seminar leitete. „Die Gruppengröße sollte nicht sehr viel mehr als 20 Teilnehmer haben, um das Angebot effektiv und sinnvoll zu gestalten.“

Das Seminar fand im Rahmen des EU-Projektes „European Network of Mediators for Cross Border Dispute Resolution“ (EuroNetMed) statt. Integrierte Mediation e.V. ist der deutsche Projektpartner. Das Projekt wird mit finanzieller Unterstützung der EU Kommission im Rahmen des Programms "Ziviljustiz" umgesetzt.

Thema war die Cross Border Mediation - im Rahmen des EU Projektes als internationale und interkulturelle Mediation definiert. Der Workshop befasste sich schwerpunktmäßig mit interkulturellen Konflikten. Viele so ausgewiesene Konflikte sind im Ansatz oft nur Missverständnisse, deren Ursache im kulturellen Unterschied begründet ist. Interkulturelles Verständnis ist nicht nur für die grenzüberschreitenden Fälle der Cross Border Mediation hilfreich. Besonders in einer multikulturellen Gesellschaft ist das Verstehen anderer Kulturen eine wichtige Bedingung für ein friedliches und konfliktfreies Zusammenleben. Die Mediation hält Techniken und Konzepte vor, wie derartige Unterschiede erkannt und behandelt werden. Das Erkennen von Missverständnissen ist vor dem interkulturellen Hintergrund deshalb so anspruchsvoll, weil die Unterschiede als solche kaum wahrnehmbar sind oder gar für unmöglich gehalten werden. Die Teilnehmer hatten deshalb gelernt, worauf ein Mediator achten sollte, um solche Missverständnisse zu erkennen und wie er sie gegebenenfalls ansprechen kann, ohne kulturelle Übergriffe zu riskieren.

Ausgehend von der Kommunikation in Streitfällen wurden multi-, inter- und transkulturelle Kontexte als Modelle einer Lösung von Kulturkonflikten vorgestellt. Das Seminar vermittelte zudem wesentliche Kenntnisse über die Merkmale und Eigenheiten von Kulturen, die darauf bezogene Kommunikation im jeweiligen Kontext, die Vorstellung und Erkennbarkeit interkultureller Konflikte und Konfliktfelder, die in Deutschland wenig bekannten, verschiedenen Formen der Mediation aus einer internationalen Sicht sowie Techniken zur Streitbeilegung über große Distanzen. Die Seminarinhalte wurden mittels praktischer Übungen anwendungsnah und unter der Leitung von Arthur Trossen von den Experten Prof. Dr. Frank Diedrich sowie Dr. Katarzyna Schubert-Panecka vermittelt. Zur Vertiefung erhielten die Teilnehmer ein Handbuch.

Mit dem Seminar wurde das dritte von insgesamt vier Zwei-Tagetrainings des EU Projektes abgewickelt. Wegen des großen Interesses und in Folge der ermutigenden Rückmeldungen werden die Ausbildungen in Cross Border Mediation nicht nur weitergeführt, sondern auch ausgebaut. Auch im ZFH-Fernstudiengang „Mediation - integrierte Mediation“ wird diese Kompetenz zukünftig noch weiter verstärkt.