Bundesverband der Fernstudienanbieter zeichnet erfolgreiche Fernstudierende aus

Digitale Studienpreisverleihung mit drei Prämierten aus dem zfh-Verbund


Der Studienpreis des Bundesverbandes der Fernstudienanbieter zählt mit seiner fast 40-jährigen Geschichte heute zu den traditionsreichsten Bildungsauszeichnungen Deutschlands. Auf einer digitalen Preisverleihung wurden am 03. Dezember 2021 erneut Absolventinnen und Absolventen geehrt, denen eine Weiterbildung im Fernstudium die Tür zu neuen beruflichen Perspektiven eröffnete.

Im vor einigen Tagen veröffentlichten Koalitionsvertrag heißt es, wir „brauchen einen neuen Schub für berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung“. Von einer „Neuorientierung auch in der Mitte des Erwerbslebens“ ist hier ferner die Rede. „Was die zukünftigen Regierungsparteien jetzt erstmals in ihrem Koalitionsvertrag als Ziel niedergeschrieben haben, klingt beinahe wie die erledigte Bucket List vieler unserer Studienpreisträgerinnen und -preisträgern“, so Verbandspräsident Mirco Fretter. Denn sie haben sich bereits nebenberuflich sehr erfolgreich weitergebildet und sich durch neu erworbene Qualifikationen zum Teil langersehnte Berufswünsche erfüllen können. „Sie sind Vorbilder für viele Weiterbildungsinteressierte und zeigen mit ihren persönlichen Geschichten, dass es nicht immer nur die gradlinigen Bildungskarrieren und Lebenswege sein müssen, die zu beruflichen Erfolgen führen!“ 

Seit 1985 zeichnet der Verband jährlich erfolgreiche Absolventen aus Fernunterricht und Fernstudium mit dem Studienpreis aus. „Grundlage für die Auszeichnung sind dabei jedoch nicht in erster Linie gute Abschlussnoten, sondern die persönlichen Geschichten, die hinter jeder Bewerbung stecken“, informiert Fretter. Eine positive Entwicklung im Beruf oder Privatleben, die auf die absolvierte Lernerfahrung zurückzuführen ist, oder die erfolgreiche Bewältigung besonderer Herausforderungen im Lernumfeld und während des Lernprozesses sei ausschlaggebend für eine Prämierung. Aus den eingereichten Bewerbungen von Absolventinnen und Absolventen obliegt es dann der unabhängigen Studienpreisjury, in der neben Fernstudienexperten auch Vertreter aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung und Publizistik sitzen, die Preisträger zu wählen.

Aus dem zfh-Verbund zählen drei Prämierte, die alle ein Fernstudium im Fachbereich Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz absolviert haben, zu den Glücklichen. Sie haben je einen Preis in unterschiedlichen Auszeichnungskategorien erhalten:

„Fernstudentin des Jahres 2021“ - Jeanette Haug

Lange suchte Jeanette Haug nach einer Möglichkeit berufsbegleitend, neben Schicht- und Bereitschaftszeiten im Job, ein Studium zu beginnen. Mit der Entscheidung für das Fernstudium „Soziale Arbeit“ an der Hochschule Koblenz konnte diese Suche beendet werden. Als alleinerziehende Mutter dreier Söhne gelang es ihr dank des Onlinestudiums Job, Familie und die eigene Weiterbildung optimal zu vereinen. „Auch wenn das Studium viel Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen erforderte, haben sich all die Mühen rückblickend gelohnt“, resümiert Haug.

Selbst unter schwierigen Lebensumständen aufgewachsen, war es für Jeanette Haug nicht immer leicht, Perspektiven für den eigenen Lebensweg zu entwickeln. „Nicht zuletzt dank meines erfolgreich abgeschlossenen Fernstudiums bin ich heute mit meinem Beruf und unserem Leben sehr zufrieden und freue mich auf die Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die mein Studienabschluss mir in Zukunft noch bietet“, erklärt die heute 41-Jährige. Als nächsten Schritt plant Haug nach einer kurzen Pause, ein Masterstudium in Angriff zu nehmen.

Die Jury kürt Jeanette Haug zur „Fernstudentin des Jahres 2022“, da ihre Lebensgeschichte deutlich zeigt, dass Bildungskarrieren nicht immer gradlinig verlaufen müssen, um am Ende das gewünschte Ziel zu erreichen.

 „Fernstudent des Jahres 2021“ - Robin Loh

Wenn Robin Loh auf seine Kindheit zurückblickt, findet er hier nicht die perfekte Grundlage für eine erfolgreiche Bildungsbiografie, sondern erinnert sich eher an schwierige Startbedingungen. Er ist nicht bei seiner Familie, sondern in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe aufgewachsen. Sehr dankbar für alles, was ihm dort im Gegensatz zu seiner Herkunftsfamilie geboten werden konnte, musste er jedoch feststellen, wie schwierig es für Menschen aus der Jugendhilfe ist, einen höheren Schulabschluss zu erlangen, zu studieren oder gar zu promovieren. „Oft fehlt es den jungen Menschen einfach an Vorbildern“, erinnert sich Loh, denn ihm ging es seinerzeit ganz ähnlich. Trotzdem wollte er Freunden nacheifern und einen höheren Bildungswerdegang verfolgen. Also lernte er schnell, sein Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu führen. Nach dem Schulabschluss entschied er sich für ein Duales Studium und später für den berufsbegleitenden Masterstudiengang „Kindheits- und Sozialwissenschaften“ der Hochschule Koblenz. Beides schloss er erfolgreich ab und sammelte zudem Praxiserfahrungen in der Kinder- und Jugendhilfe. Heute ist Robin Loh wissenschaftlicher Referent und engagiert sich beruflich im Bereich Vormundschaft und Pflegschaft für Kinder und Jugendliche, deren Startbedingungen ins Leben häufig stark an die eigenen erinnern. Nebenher strebt er eine Promotion an.

Die Jury zeichnet auch Robin Loh mit dem Studienpreis 2021 als „Fernstudent des Jahres“ aus, weil er durch seine kontinuierlichen Bildungsleistungen, zu dem geworden ist, was er selbst in Jugendtagen vermisste – zu einem Vorbild. Selbst in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe aufgewachsen, nutzt er heute seine Bildungserfolge um andere Kinder und Jugendliche, die ebenfalls nicht die besten Startbedingungen mitbekommen haben, auf ihren Weg zu unterstützen.

 

„Lebenslanges Lernen“ - Daniel Frömbgen

Nach 17 Jahren im öffentlichen Dienst ist Daniel Frömbgen in die Tätigkeit als freiberuflicher deutschlandweiter Fortbilder für Kindertagesstätten gewechselt. Fast zeitgleich hat er zur Stärkung seiner fachlichen Expertise das Masterstudium Kindheits- und Sozialwissenschaften (MAKS) an der Hochschule Koblenz begonnen. Zusätzlich zu diesen beiden Herausforderungen war er währenddessen zwei Jahre mit einer halben Stelle am Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel angestellt und begleitete dort als Projektkoordinator die Entstehung des „Kita-MOOC“, einer kostenlosen Online-Lernplattform für pädagogische Fachkräfte für die Themen Partizipation, Beteiligung, Beschwerdeverfahren, Demokratiebildung und Kinderrechte in der Kita. Auch als Lehrkraft für besondere Aufgaben (LfbA) war Frömbgen später während seines Fernstudiums an der Fachhochschule Kiel im Studiengang Erziehung und Bildung im Kindesalter tätig.
Die Jury verleiht Daniel Frömbgen den Studienpreis in der Kategorie „Lebenslanges Lernen“ aufgrund seines beeindruckenden Arbeits- und Bildungspensums. Zeitgleich zeige Frömbgens Geschichte, wie einzigartig sich ein Fernstudium an persönliche Lebensrealitäten anpasse. Denn zwei Teilzeitstellen und zudem eine freiberufliche Tätigkeit, die fast zwei Jahre lang pausenloses Reisen erforderte, mit einem Master-Studium zu vereinbaren, wäre in einem Präsenzstudium schwerlich möglich gewesen.

 

Alle Studienpreisgewinnerinnen und -gewinner sowie weitere Informationen zur Auszeichnung sind auch unter: www.studienpreis.org  zu finden.