Berufsbegleitend zum Ingenieur

Hochschulen des zfh-Verbunds stellen sich vor: Technische Hochschule Aschaffenburg


Foto: Technische Hochschule Aschaffenburg

Vor etwa zehn Jahren hat die erstmalige Kooperation mit der Hochschule Darmstadt im berufsbegleitenden Master Elektrotechnik M. Sc. für die Technische Hochschule Aschaffenburg das Tor zur Weiterbildung aufgestoßen. Der gemeinsame Studiengang wird bis heute erfolgreich von der Hochschule Darmstadt über das Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund angeboten. Die TH Aschaffenburg dankt für die gute Zusammenarbeit über diese lange Zeit.

Mit dem Bund-Länder-Programm „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ ergab sich 2011 die Chance, gemeinsam und bundeslandübergreifend einen passenden Bachelor-Studiengang Elektro- und Informationstechnik zu konzipieren, der diesen Master-Studiengang unterfüttert. Strategisch war das die logische Konsequenz für den Ausbau der Weiterbildung, basierte die Ausrichtung doch auf Kernkompetenzen beider Hochschulen – und Bedarf war absehbar. In der Konzeptionsphase war die große Erfahrung des zfh mit dem Fernstudium in verschiedenen Bundesländern besonders wertvoll.

Seit 2013 Bachelor of Engineering

Seit 2013 wird der berufsbegleitende Bachelor of Engineering in Elektro- und Informationstechnik an der Technischen Hochschule Aschaffenburg in Kooperation mit der Hochschule Darmstadt angeboten. Fast 40 Studierende haben bereits ihre Bachelor-Zeugnisse erhalten. 2017 kam dann nach einer zweiten Förderphase von „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ der Bachelor of Engineering in Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Hochschule Aschaffenburg dazu, wiederum in Kooperation mit der Hochschule Darmstadt.

Die Hochschule Darmstadt baute gemeinsam mit der Technischen Hochschule Aschaffenburg in der zweiten Förderphase einen Master in Zuverlässigkeits-ingenieurwesen auf. Damit haben beide Hochschulen im Zuge des geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekts (F& E) ein attraktives, vernetztes technisches Weiterbildungsangebot für Berufstätige aufgebaut, die nicht nur aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen. Zu den Stärken des Angebots zählen die Transparenz und Verlässlichkeit staatlicher Hochschulen, die über eine Vielzahl moderner Labore verfügen, in denen auch geforscht wird.

Unabhängig lernen

Die Besonderheit der berufsbegleitenden Bachelor-Studiengänge ist, dass sie bewährte Elemente des Fernstudiums wie den Lehrbrief mit modernem E-Learning auf einer Lernplattform kombinieren. Lerngruppen und Tutorien fördern die Zusammenarbeit der Studierenden in ihrem Jahrgang und bilden den „sozialen Kitt“. Da die Zeiten für die Anwesenheit auf dem Campus durch Berufstätigkeit, familiäre oder andere Verpflichtungen begrenzt sind, ist das zeit- und ortsunabhängige Lernen mit digitalem Material – zum Beispiel Videos, Lückentexten und Aufgaben zur Selbstkontrolle – hilfreich für den Lernfortschritt.
Moderne Software für die Kommunikation wie Adobe Connect werden für Fragestunden und zur Klausurvorbereitung genutzt, so dass Reisezeiten entfallen. Diese digitalen Aspekte der Fernlehre sind für die Lehrenden als wissenschaftliches Neuland – und für die Hochschulen auch in strategischer Hinsicht – hochinteressant. Sicher wurde das Image des berufsbegleitenden Studiums durch den digitalen Wandel aufgewertet. Plötzlich sind hier die Vorreiter der Digitalisierung zu finden, die den versierten Umgang mit elektronischen Medien beherrschen und sie professionell und adäquat einsetzen können.

Wir sehen eine wachsende Bereitschaft von Unternehmen, die Weiterbildungsinteressen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen. Das ist für Unternehmen ein Weg, um aktuelles Wissen, beispielsweise über das Internet der Dinge (Internet of Things) oder die Industrie 4.0, in die Praxis zu holen und gleichzeitig Personalentwicklung zu betreiben. Dafür bietet sich auch das Modulstudium an, das es erlaubt, einzelne Module für ein Semester zu studieren. Legt man die Modul-Prüfung erfolgreich ab, wird die Leistung natürlich für ein späteres Studium anerkannt.

Wer entscheidet sich für ein berufsbegleitendes Ingenieurstudium? Etwa ein Drittel der Studierenden nutzt den Hochschulzugang als beruflich Qualifizierte, das heißt Ausbildung plus Berufserfahrung, Techniker- oder Meisterabschluss. Andere wollen ein abgebrochenes Studium vollenden, oft nach einigen Berufsjahren. Die meisten Studierenden sind zwischen 25 und 34 Jahren alt, einige aber auch deutlich älter. Da das Renteneintrittsalter stetig zunimmt, lohnt sich das Studium in jedem Fall. Warum entscheiden sich Berufstätige, ihre Freizeit für das Lernen einzusetzen und sich Prüfungen zu stellen? Die allermeisten wollen ein tieferes Verständnis für ihren Arbeitsbereich erlangen. Sie wollen das Potenzial, das in ihnen steckt, besser ausschöpfen und interessante Aufgaben erhalten. Aufstieg durch Bildung ist ebenfalls ein wichtiges Motiv. Gerade wenn der Schulabschluss lange zurückliegt ist es sinnvoll, Kenntnisse mit dem berufsbegleitenden Mathematik-Vorkurs, den die Technische Hochschule Aschaffenburg jährlich im Frühjahr anbietet, vor dem Studienstart aufzufrischen. Zum Studienerfolg trägt auch die gute, persönliche Betreuung der Studierenden an einer verhältnismäßig kleinen Hochschule wie der Technischen Hochschule Aschaffenburg bei. Die geschilderte Erfolgsgeschichte der berufsbegleitenden Bachelorstudiengänge der Technischen Hochschule Aschaffenburg ist auch ein Ausdruck der in den vergangenen Jahren stetig gewachsenen und sehr erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem zfh. An dieser Stelle möchte die Technische Hochschule Aschaffenburg allen zfh-Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich Danke sagen und allen auch für die kommenden Jahre viel Erfolg bei ihrer Arbeit wünschen.