Vom Fernstudium zum Startup

Martin Esser und Philipp Stryczek, Absolventen des Fernstudiums Master of Computer Science an der Hochschule Trier - eine Erfolgsgeschichte


Martin Esser

Philipp Stryczek

Martin Esser (30) und Philipp Stryczek (34) absolvieren als beruflich Qualifizierte
das Fernstudium Master of Computer Science an der Hochschule Trier und gründen noch während ihres Studiums eine Firma für IT-Lösungen.

Martin Esser und Philipp Stryczek haben bereits eine Ausbildung zum Mechatroniker bzw. Elektrotechniker für Automatisierungstechnik abgeschlossen, als sie sich während einer berufsbegleitenden Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker kennenlernen.
Mit dem anerkannten Technikerabschluss in der Tasche wechselt Philipp Stryczek dann in das Unternehmen, in dem Martin Esser bereits tätig ist.

„Zwei Jahre war hier die weltweite Inbetriebnahme von komplexen technischen Anlagen unser gemeinsamer Arbeitsbereich“, berichtet Stryczek. Beide haben in ihrem Arbeitsalltag mitunter lange Auslandsaufenthalte und verspüren zunehmend den Wunsch, mehr Zeit in der Heimat zu verbringen. „Gleichzeitig wollten wir den Standort des Unternehmes, an dem wir beschäftigt waren, weiter ausbauen. Wir planten, uns personell zu vergrößern und thematisch neue Inhalte anzubieten. Mit der einhergehenden Verantwortung kamen Überlegungen auf, ob die bisherige Ausbildung diesem Ziel gerecht wird.“

Neue Ziele entwickeln sich
Stryczek und Esser waren sich einig: Eine nächste Weiterqualifizierung ist der beste Weg, um eine Basis für die Erreichung dieser Ziele zu schaffen. „Den Techniker hatten wir be- reits, also kam jetzt entweder eine fachliche Spezialisierung oder ein Studium in Frage. Da wir im Job bleiben wollten, entschieden wir uns für das Fernstudium Informatik an der Hochschule Trier – einer der wenigen Hochschulen, die es beruflich Qualifizierten ermöglicht, einen Master-Abschluss ohne vorheriges Bachelorstudium zu erreichen“, beschreiben Esser und Stryczek ihre Entscheidung. „Unser Arbeitgeber gab uns damals die Chance, uns in der Programmierung von Webanwendungen zu beweisen – zeitgleich mit dieser neuen Aufgabe starteten wir zum Sommersemester 2015 in das berufsbeglei- tende Fernstudium und hatten gleichzeitig das Ziel erreicht, mehr Zeit in der Heimat zu verbringen.“

Lernkurve steigt zur Senkrechten

Für Philipp Stryczek war alles neu: An der Hochschule war es die Theorie hinter der Java-Entwicklung und im Unternehmen war es die Praxis – die Lernkurve stieg bei ihm beinahe zur Senkrechten. Für Martin Esser, als erfahrener Programmierer, waren die theore- tischen Hintergründe im Studium ebenfalls ein Wissensgewinn. „Eher praktische Module fielen uns leicht, für die theoretischen Fächer mussten wir umso mehr Zeit investieren.“

Spagat – Beruf und Studium gut gemeistert
„Im Vergleich zu der Belastung durch die vorangegangenen Auswärtstätigkeiten in unserem Beruf, war das Fernstudium für uns gut machbar. Wenn man sich in den Hoch- phasen des Studiums jeden Abend an den Schreibtisch setzt, ist alles gut zu schaffen“, meint Stryczek mit einem Lächeln.

Auf die Frage wie sie den Wechsel von Selbststudium mit Präsenzveranstaltungen empfunden haben, beschreibt Stryczek seine Strategie wie folgt: „Das Selbststudium funktioniert prima, jedoch ist auch hier Eigeninitiative gefragt: selbst denken, experimentieren, hinfallen, aufstehen, weiterversuchen … und vor allem viel ausprobieren, sich im Netz und bei Mitstudierenden schlau machen … das sind wesentliche Erfolgsfaktoren.“ Auch die individuelle Unterstützung durch Professoren, Dozentinnen und Dozenten sowie Tutoren haben sie als sehr hilfreich empfunden.

Vom Studium zum Startup
Martin Esser und Philipp Stryczek werden bald ihre Masterthesis in den Händen halten und sind am Ende des Studiums voller Ideen, wie es weitergehen soll. Softwareentwickler werden händeringend gesucht, qualifizierte Entwickler sind kaum zu finden und techno- logisch ist einiges im Umbruch: Unternehmen stellen ihre IT um, modernisieren ihre Sys- teme und brauchen dazu kompetente Unterstützung. „Um unsere eigenen Ideen beim Einsatz neuer Technologien verwirklichen zu können, sind wir dann den Schritt in die Selbstständigkeit gegangen“ sagen die beiden rückblickend.

Ein junges Unternehmen mit breitem Portfolio – dank guter Aus- und Weiterbildung
Martin Esser und Philipp Stryczek haben ihr Angebot für IT-Solutions auf drei Säulen gestellt: Mit „Digitalen Geschäftsprozessen“ unterstützen sie Unternehmen mit Individu- allösungen in der fortschreitenden Digitalisierung und bieten ebenfalls „IT-Projektma- nagement“ an. „Neben der Beratung und IT-Dienstleistung wollen wir aber auch eigene Produkte rund um die neuen Technologien entwickeln. Dies geschieht in unserer dritten Säule, der ,Softwareentwicklung‘“, legt Stryczek dar.

Beide sind heute überzeugt: Ohne die Qualifizierung durch das Fernstudium hätten sie den gemeinsamen Schritt in die (erfolgreiche) Selbstständigkeit nicht gewagt.