Natalja Kreuter, Absolventin des MBA Fernstudienprogramms am RheinAhrCampus

"Es heißt Unternehmer, nicht Unterlasser!"

Das war das Motto, nach dem Natalja Kreuter das MBA-Fernstudienprogramm mit dem Schwerpunkt Unternehmensführung/Finanzmanagement absolviert hat. Die ZFH hat sie zu ihrer Motiviation und ihrem beruflichen Werdegang befragt:

Frau Kreuter, Sie waren - mit Ihrer hervorragenden Abschlussarbeit im MBA-Fernstudienprogramm am RheinAhrCampus - ZFH-Preisträgerin des Koblenzer Hochschulpreises 2014! Damit haben Sie das berufsbegleitende MBA-Studium nicht nur mit dem international anerkannten MBA-Titel sondern auch noch mit einer besonderen Auszeichnung abgeschlossen:

Wie kam es seinerzeit zu Ihrem Entschluss ein MBA-Studium zu absolvieren?

Als ich im Jahre 2001 nach Deutschland zurückgekommen bin, konnte ich mich kaum auf Deutsch verständigen. Ich habe mir das Ziel vorgenommen, die Sprache der großen Dichter und Denker soweit selbstständig zu erlernen, sodass ich eines Tages auch hierzulande studieren bzw. promovieren kann. In einer (Weiter-)Bildung habe ich für mich persönlich die Erhöhung der Chance sowohl für einen ausbildungsadäquaten Einstieg bzw. ein berufliches Fortkommen sowie die Integration in die Gesellschaft gesehen. Das MBA-Studium mit dem Schwerpunkt Unternehmensführung/Finanzmanagement hat mich dabei derart angesprochen, dass ich im Jahre 2009 gesagt habe: „Ich wage es und zwar kompromisslos“.

Sie hatten ja schon ein Master-Studium der (Chemie-)Ingenieurwissenschaften an der D.I. Mendelejew-Universität in Moskau mit Erfolg abgeschlossen. Wie beschreiben Sie die berufliche Situation vor Beginn Ihres MBA-Fernstudiums?

Nach meinem Umzug nach Deutschland musste ich schon zahlreiche Barrieren überwinden, um einen Einstieg ins Berufsleben zu finden. Es war - und ist immer noch - generell nicht einfach mit einem im Ausland erworbenen Hochschulabschluss hierzulande beruflich Fuß zu fassen. Anerkennungsverfahren haben teilweise 7-8 Monate lang gedauert und auch die Rechtsgrundlagen der Gradführung waren/sind kompliziert. Erschwerend kam hinzu, dass im Jahre 2001 Bachelor- bzw. Master-Abschlüsse weitgehend unbekannt waren. Dies hat in der Öffentlichkeit zu erheblichen Akzeptanzproblemen geführt. Ich hatte jedoch das Glück, den Bachelor und Master der (Chemie-)Ingenieurswissenschaften absolviert zu haben.

In Ihrer Master-Thesis haben Sie sich mit dem Thema Business Continuity Management (BCM) auseinandergesetzt – eine Thematik, die in vielen Unternehmen derzeit relevant ist. Konnten Sie Ihre wissenschaftlich erworbenen Erkenntnisse in der Praxis umsetzen?

Das unternehmerische Handeln ist mit Risiken behaftet. So können Schadensereignisse wie Notfälle, Krisen und Katastrophen die Kontinuität und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftstätigkeit stark beeinträchtigen oder sogar ausfallen lassen. Als Konsequenz daraus resultieren nicht nur erhebliche Kosten, sondern auch zahlreiche Folgeschäden. Um solchen Ereignissen entgegenzuwirken, wappnen sich bereits einige Unternehmen durch die Einrichtung eines Business Continuity Managements (BCM). So war ich unmittelbar nach dem Abschluss meines MBA-Studiums in einem Projekt bei einem rheinland-pfälzischen Versicherungsunternehmen eingebunden. Der Schwerpunkt meines Arbeitsauftrages bestand darin, eine gesetzeskonforme Leitlinie zur Konzeption sowie Etablierung eines unternehmenszentrierten Notfall-/Krisenmanagements, einschließlich der Notfallplanung, gemäß der Solvency II-Richtlinie zu entwickeln. Solvency II ist das derzeit wichtigste Projekt im Bereich der Versicherungsaufsicht auf EU-Ebene.
Meiner neuen Tätigkeit bin ich mit Freude und großem Engagement nachgegangen. Der direkte Praxisbezug hat mir ermöglicht, die in meiner Master-Thesis herausgearbeiteten Erfolgsfaktoren nochmals zu bestätigen und aufgestellte Hypothesen zu verifizieren. Darüberhinaus habe ich weitere Erkenntnisse gewonnen. Im aktiven Austausch mit (Bereichs-)Verantwortlichen konnte ich sowohl meine wissenschaftlich erworbenen Erkenntnisse gut vermitteln, als auch einige wertvolle Anregungen für die gelebte Unternehmenskultur und -Praxis unterbreiten.
Im Augenblick sieht es für mich danach aus, dass das BCM meine Berufung sein könnte. Unsere Berufung liegt genau dort, wo wir unsere größten Talente besitzen. Das sind gleichzeitig auch die Bereiche, in denen wir herausragende Erfolge erzielen und die uns viel Spaß machen. So erwartet mich im März 2015 ein weiterer (Job-)Wechsel in ein BCM-Team einer deutschen Bank. Über diese Herausforderung freue ich mich bereits sehr. Es gilt ab jetzt weiter: Mir die Daumen zu halten!

Haben Sie schon von Ihrem MBA-Abschluss profitiert – wenn ja in welcher Weise?

Ja, ich profitiere sogar sehr von dem Erwerb meines MBA-Abschlusses. Erst mit dem MBA-Abschluss konnte ich meinen Wunsch nach einem Jobwechsel erfüllen: Ich konnte mir in einer überschaubaren Zeit ein breit gefächertes, fundiertes Managementwissen, strategisch-konzeptionelles Denken mit verantwortungsvollem Managementhandeln im Bereich Unternehmensführung sowie Führungskompetenz auf Master-Niveau erarbeiten. Diese ermöglichen mir heute im (Berufs-)Leben diverse Fragestellungen aus mehreren Perspektiven - teilweise sogar interdisziplinär - zu betrachten als auch Zusammenhänge zu erkennen. Der MBA-Abschluss war/ist u.a. der Generalschlüssel zur Aufnahme höherer Tätigkeiten mit den herausfordernden Aufgabenstellungen. Er bietet zudem die Chance zur Promotion.

Wie haben Sie das Fernstudienkonzept – die Mischung aus Selbststudium im Wechsel mit Präsenzveranstaltungen - empfunden?

Da ich keine BWL-Vorkenntnisse mitgebracht habe, konnte ich sowohl die MBA-Studienbriefe als auch die, von den Dozenten zusätzlich empfohlene, Fachliteratur erstmals selbständig - orts- und zeitunabhängig, mit einer individuell angepassten Detail- und Informationstiefe und Lesegeschwindigkeit - durcharbeiten. Erst während der Präsenzveranstaltungen war die Möglichkeit gegeben – die ich auf keinen Fall vermissen möchte - das Gelernte in einer Interaktion mit den anwesenden Kommilitonen bzw. den Dozenten zu überprüfen, zu vertiefen oder zu hinterfragen. Diese Mischung aus Selbststudium im Wechsel mit Präsenzveranstaltungen hat sich für mich - einer gestandenen, engagierten, berufstätigen Frau mit privaten Verpflichtungen - als eine geeignete Studienform erwiesen. Hinzu kommt, dass eine Terminierung von Präsenzveranstaltungen einen Impuls für eine bessere Handhabung des Lernpensums im Semester gibt.

Würden Sie das MBA-Fernstudienprogramm weiterempfehlen?

Aber selbstverständlich. Dies habe ich bereits mehrmals getan, sowie die MBA-Broschüre an einen breiten Interessentenkreis verteilt. Durch meine Dynamik, Motivation und das Leuchten in meinen Augen konnte ich sogar einige Personen von der Aufnahme des berufsbegleitenden MBA-Studiums am RheinAhrCampus überzeugen.

Was ich sonst noch sagen wollte:

Das Fernstudium neben Job und anderen privaten Verpflichtungen ist mir gelungen, weil ich meinem Ziel – „den MBA-Abschluss mit vorhandenen Kapazitäten und unter den gegebenen Bedingungen zu realisieren“ - immer treu geblieben bin und das Selbstvertrauen und erforderliche Durchhaltevermögen mitgebracht habe. Dazu haben insbesondere meine lieben Freunde und meine liebe Familie beigetragen, die an mich geglaubt oder manchmal mein Tun kopfschüttelnd verfolgt haben, dafür aber stets unglaublich und felsenfest unterstützt haben.
Die Bedingungen, die ich während des Studiums gehabt habe, waren nicht „perfekt“. Eine richtige Balance herzustellen und diese im Zuge des Studiums weitgehend aufrechtzuerhalten, war mir ebenso sehr wichtig.