Thomas Buchner, Elektrotechnik (M.Sc.) an der Hochschule Darmstadt

Thomas Buchner steht dem zfh-Team zu seinen Erfahrungen mit dem berufsbegleitenden Fernstudium, Master of Science Elektrotechnik an der h_da,  als Interviewpartner zur Verfügung:

 

Allgemeines

In welchem Semester sind Sie momentan?
Begonnen habe ich das Master-Fernstudium im Sommersemester 2014 als Teilnehmer des Pilotprojektes "Vom Meister/Techniker zum Master" und konnte es in diesem Wintersemester 2018/2019 mit der Masterthesis erfolgreich abschließen.

Wie wurden Sie auf der Fernstudium Elektrotechnik aufmerksam?
Ich wollte mich beruflich verändern und bin bei der Google-Suche nach Weiterbildungsmöglichkeiten u. a. Meisterkurse (Handwerksmeister) auf das Pilotprojekt "Vom Meister/Techniker zum Master" gestoßen.

Warum haben Sie sich für das Studium entschieden?
Weil es in dieser Form die einzigartige Chance war, all das mit dem entsprechenden Abschluss zu untermauern, was nach meinem Technikerabschluss im Beruf seit mehr als 15 Jahren mein tägliches Brot ist, nämlich Ingenieurtätigkeiten als:

- Senior Entwickler Steuerungs- und Antriebstechnik bei der KRONES AG

- Projektierung und Optimierung verfahrenstechnischer Anlagen bei der Kelheim-Fibres GmbH

- Instandhaltungsingenieur EMSR bei der BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH

Studium

Haben Ihnen die Präsenzveranstaltungen dabei geholfen, die Kenntnisse aus dem Selbststudium zu vertiefen?
Ja, auf alle Fälle! Außerdem war es für mich essentiell wichtig in den Präsenzveranstaltungen die Professoren und Studienkollegen persönlich kennenzulernen. Über diese Kontakte konnte ich mich besser auf die Klausuren vorbereiten, dies geschah zum einen durch Informationsaustausch per E-Mail, Telefon und Skype als auch über gemeinsame Lerntreffs bei den Studienkollegen bzw. bei mir zu Hause oder eben in Darmstadt.

Welchen zeitlichen Aufwand haben Sie ca. pro Woche?

Zwischen den Präsenzveranstaltungen: ca. 8 h / Woche

Vor den Klausuren, je nach Schwierigkeitsgrad der Klausurthemen, ein bis drei Wochen Urlaub: ca. 40 h / Woche

Haben Sie Tipps, wie man am besten mit der Mehrfachbelastung umgehen kann?

Das Fernstudium erfordert auf jeden Fall ein hohes Maß an (Eigen-)Disziplin und Ausdauer. Der größte Faktor ist die zur Verfügung stehende Zeit. In meinem Fall als Familienvater von drei Kindern (6, 8 und 11 Jahre alt) war es entsprechend besonders schwierig Zeit zu finden. Daher habe ich meist vor dem täglichen Arbeitsbeginn 1-2 h und einen großen Teil meines Jahresurlaubes in das Studium investiert. Sport ist sicherlich ein sehr guter Ausgleich, aber auch nur dann, wenn dafür genügend Zeit übrigbleibt, ansonsten wird er zum zusätzlichen Stressfaktor. Verständnis und Unterstützung von Seiten der Familie und dem Arbeitgeber sind enorm wichtig und die Basis um diese lange Zeit der Mehrfachbelastung zu meistern.

Wurden Sie von Ihrem Arbeitgeber unterstützt? Falls ja, inwiefern?

Ja! Wie bereits bei der vorhergehenden Frage angesprochen, ist das Verständnis und die Unterstützung durch den Arbeitgeber enorm wichtig. Bei meinem Arbeitgeber BAYERNOIL war und ist dies in jeglicher Hinsicht absolut vorhanden und ich bin dafür sehr dankbar.

Was erwarten Sie sich für Ihre berufliche Zukunft durch den Master-Abschluss?

Dass Hürden, die mir auf Grund eines fehlenden Hochschulabschlusses in den Weg gelegt wurden, der Vergangenheit angehören und meine Leistungen entsprechend honoriert und anerkannt werden.

Welchen Rat möchten Sie zukünftigen Studierenden geben?

Es empfiehlt sich vor Beginn des Studiums die eigene Gesamtsituation zu betrachten und zu bewerten, d. h. eigene Verfassung (Gesundheit und Fitnesszustand), familiäres, berufliches und privates Umfeld. Welchen Verpflichtungen muss ich nachgehen (Frau, Kinder, Arbeitgeber)? Welche kann ich vorübergehend zurückfahren oder ggf. ablegen (z. B. Freundeskreis, Tätigkeiten bzw. Ämter in Vereinen)?

Das Fernstudium ist auf jeden Fall machbar, aber man muss sich seiner eigenen Situation bewusst sein und darf die Mehrfachbelastung und den damit verbunden zeitlichen Aufwand auf keinen Fall unterschätzen!

Privates

Dürfen wir Ihr Alter erfahren?

42 Jahre (30.11.1976)

Wer ist Ihr Arbeitgeber?

BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Skifahren (Abfahrt, Langlauf, Skirollern) , MTB- u. Rennradfahren, Briefmarken sammeln

Was ich noch loswerden möchte:

Auch wenn der Weg zum Gipfel durch tiefe Täler führen kann, er lohnt sich!